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Sechs Meteorologen sollen Lager und Produktangebote des Konzerns entsprechend optimieren
Die grösste britische Einzelhandelskette Tesco hat sechs Meteorologen engagiert, um künftig die passenden Lebensmittel für dies jeweilige Wetterlage auf Lager halten zu können. Mit der ungewöhnlichen Investition will der Konzern seinen Produktabsatz optimieren und erteilt den britischen Wetterdiensten mehr als deutlich eine Abfuhr. Der aktuelle Vorstoss kommt dabei nicht von ungefähr. Für das abgelaufene Kalenderjahr 2008 sagten die staatlich besoldeten Wetterfrösche beispielsweise einen Sommer mit "niedrigem Risiko an schwerem Regen" voraus. Daraus wurde einer der feuchtesten seit Beginn der britischen Aufzeichnung.
Die Datenanalyse zahlt sich für den Konzern aus. Eine Temperaturerwärmung von zehn Grad bedeutet zum Beispiel, dass um 300 Prozent mehr Grillfleisch und um 50 Prozent mehr Salat verkauft wird. Auf diese verstärkte Nachfragesituation will sich Tesco nun besser einstellen. Die "Unzuverlässigkeit der britischen Wettervorhersagen" habe lange genug "Kopfschmerzen bereitet", zitiert die Welt einen Tesco-Sprecher. Vor wenigen Wochen kündigte der Konzern auch an, künftig die sogenannte "Tesco Clubcard 2" bewerben zu wollen. Experten vermuten, dass es sich dabei um einen Relaunch der bereits 1996 eingeführten "Clubcard Plus" handelt.
"Die Ausgaben für die neuen Meteorologen zahlen sich auf jeden Fall für Tesco aus. Hierbei muss man darauf verweisen, dass diese nicht vordergründig für die Erschliessung eines neuen Geschäftsfeldes eingesetzt werden. Viel wichtiger ist, beispielsweise Barbecue Saucen dann ab Lager anbieten zu können, wenn es heiss wird", meint Daniel Lucht, Senior Retail Analyst beim Londoner Analyseunternehmen Verdict Research. Laut dem Luchtist der Konzern mit Hilfe seines Clubcard-Programms immer auf dem neuesten Stand der Kunden. Die Auswertung der Daten sei "bares Kapital", so der Experte.
"Für Tesco steht die Erfüllung der Kundenvorlieben im Vordergrund. Obwohl man Clubcards sowie Bonusprogramme nicht in allen Märkten gleich eingeführt hat, profitiert man davon vor allem in Grossbritannien", so Lucht. Das Engagement der neuen sechs Meteorologen stehe damit im Einklang. Schliesslich sei die Wettervorhersage auch hinsichtlich des Produktsegments Kleidung bedeutsam, erläutert der Experte. Unterstützt werden die Meteorologen von einer für den Konzern entwickelten Software - diese vergleicht regionale Wetterdaten der vergangenen fünf Jahre mit den entsprechenden Verkaufszahlen.
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